Lärm macht krank und nervt! Dies bestätigen Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation und des Bundesumweltamtes. Ständiger Lärm verursacht Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Konzentrations- und Schlafstörungen. Kinder in verlärmten Wohngebieten haben Lernschwierigkeiten und schlechtere Schulleistungen.
Aktuelle Studien prognostizieren eine Zunahme der Güterverkehrsleistung bis 2025 um rund 70 Prozent. Die SPD setzt sich dafür ein, mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Die Bonnerinnen und Bonner dürfen aber nicht durch mehr Lärm und Abgase einseitig belastet werden.
Seit einigen Jahren arbeitet Ulrich Kelber gemeinsam mit Bonner Bürgerinitiativen dafür, den Bahnlärm zu mindern. Mit passiven Schallschutzmaßnahmen wurde begonnen und mit der Umrüstung der alten und lauten Waggons könnte der Lärm innerhalb weniger Jahre halbiert werden.
Menschen von Bahnlärm betroffen sind. Es ist darum sinnvoll, den Lärm dort zu reduzieren, wo er entsteh. Darum wurde das Lärmsanierungsprogramm für die Modernisierung des Rollmaterials geöffnet. Die veralteten Bremsen werden nun schrittweise durch die leisere Verbundstoffbremse („LL“- oder „K“-Sohle) ersetzt. Die „Flüsterbremse“ vermeidet das Aufrauen der Radlaufflächen, wodurch die Räder geschmeidiger auf den Gleisen rollen und diese besonders gepflegt werden. Dies nützt allen Menschen in den 3.000 Ortsdurchfahrten gleichzeitig. Pilotprojekt „Leiser Rhein“: Das dicht besiedelte Rheintal ist besonders von Lärm betroffen. Darum werden die mit der Flüsterbremse ausgestatteten Güterwaggons zunächst schwerpunktmäßig im Rheintal fahren. Mit dem 2009 beschlossenen Pilotprojekt „Leiser Rhein“ bezuschusst der Bund bis 2013 die Umrüstung von 5.000 Güterwaggons. Bis Juni 2010 sind zwei Förderanträge für 1.200 Güterwaggons gestellt worden.
Was noch zu tun ist:
Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, ein vorrangig für den Güterverkehr bestimmtes und nach Korridoren gegliedertes europäisches Schienennetz zu entwickeln. Die Europäische Kommission hat als eine Strecke für den Güterverkehrskorridor den „Korridor A: Rotterdam-Genua“, also die Nord-Süd-Transversale, benannt. Die Nord-Süd-Transversale ist schon heute die bedeutendste Nord-Süd-Verbindung im Eisenbahn-Güterverkehr. Diese Strecke führt mitten durch das dicht besiedelte Rheinland. Schon durch die Fertigstellung der beiden Basistunnel in der Schweiz (Lötschberg/2003 und Gotthard/2017/18) werden die Streckenkapazitäten weiter ausgebaut.
Bonn steht damit vor großen Herausforderungen. Zum einen steigt die Lärmbelastung. Zum anderen müssen Raumplanung und die örtliche Verkehrsplanung in diese Entwicklung integriert werden. Die Schienenstrecke durch Bonn ist eine Mischverkehrsstrecke, die derzeit von Regional-, Fern- sowie Güterverkehren gleichermaßen genutzt wird.
© 2012 Ulrich Kelber, MdB