Alter Zoll
Dieser Ort ist sowohl bei Touristen als auch bei Bonnern sehr beliebt, was sicher auch mit der extrem guten Aussicht auf den Rhein zu tun hat. Wie der Name schon vermuten lässt, stand hier ursprünglich zu Mittelalterzeiten ein Zollhaus, von wo aus der Rheinzoll für Schiffe erhoben wurde. Während des 30-jährigen Krieges (1618-1648) wurde dieser Teil der Bonner Festungsmauer zur sogenannten “Drei-Königs-Bastion” ausgebaut. Noch heute erinnern zwei große Kanonen an vergangene Tage. Außerdem gibt es am Alten Zoll noch das Ernst-Moritz-Arndt-Denkmal und am Fuß des Anstiegs zum Aussichtspunkt das Heinrich-Heine-Denkmal von Ulrich Rückriem zu besichtigen. Doch so viel Kunst, Kultur und Geschichte auf einmal kann beizeiten ganz schön anstrengend sein. Zur Erholung kann man zumindest im Sommer im Biergarten am Rheinufer einkehren und bei einem kühlen Getränk den Blick auf das Siebengebirge genießen.
“Baracke”
So wurde die frühere SPD-Parteizentrale in der Friedrich-Ebert Allee Ecke Dottendorfer Straße liebevoll genannt. Als 1949 der gesamte Regierungsapparat in Bonn seine Arbeit aufnahm, rechneten die wenigsten damit, dass sie hier für längere Zeit bleiben würden. Der Flachbau aus Holz- und Plattenbauweise war deshalb ursprünglich nur als Provisorium gedacht. Das Grundstück wurde für vorerst 10 Jahre gemietet, mit dem Recht, jederzeit im Falle eines Regierungsumzugs frühzeitig kündigen zu dürfen. Doch spätestens nach dem Regierungswechsel 1969 platzte die Baracke aus allen Nähten und viele Beschäftigte des Parteivorstands mussten “zwangsumgesiedelt” werden. Die Rettung nahte als der Parteivorstand einstimmig beschloss, sich ein neues Gebäude zu gönnen.
1974 zog man um in das neue Erich-Ollenhauer-Haus. Doch auch wenn der alte Plattenbau dem Erdboden gleichgemacht wurde, aus den Köpfen war die “Baracke” einfach nicht wegzukriegen. Der Begriff hatte sich als Synonym für Parteizentrale der SPD mittlerweile sowohl unter Genossen als auch unter Jounalisten so etabliert, dass auch die neue Parteizentrale ebenfalls nur noch als “Baracke” bezeichnet wurde.
CAESAR
Der Name steht nicht nur für den römischen Kaiser und Asterix’ Erzrivalen sondern ist auch die Abkürzung für “Center of Advanced European Studies And Research” - eins der größten Forschungszentren in Bonn und Umgebung. Nach dem Regierungsumzug konnte Bonn sein Vorhaben, zum wegweisenden Zentrum für Wissenschaft und Technologie zu werden, erfolgreich umsetzen. Dies ist unter anderem der Caesar-Stiftung zu verdanken, die sich schwerpunktmäßig mit Nanotechnologie, Biotechnologie und Medizintechnologie beschäftigt. Insgesamt sollen die Forschungsergebnisse, die hier erzielt werden nicht nur der Wissenschaft dienen sondern vor allem auch marktfähig und anwendungsorientiert sein. Die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit von Caesar ist attraktiv für Forscher und Studenten aus der ganzen Welt.
Dieckmann, Bärbel
Die First Lady von Bonn leitet seit 1994 als Oberbürgermeisterin mit Bravour die Geschicke der Stadt. Ihr hat Bonn unter anderem zu verdanken, dass der Strukturwandel nach dem Umzugsbeschluss von 1991 so erfolgreich umgesetzt werden konnte. Die ehemalige Lehrerin für Geschichte und Sozialwissenschaften ist verheiratet und hat vier Kinder (2 x Zwillinge). Ihre Familie steht Bärbel in Sachen Prominenz in nichts nach: Ehemann Jochen ist Landtagsabgeordneter und ehemaliger Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, die Söhne Markus und Christoph sind beide erfolgreiche Beachvolleyballer. Bärbels Engagement für die Bonnerinnen und Bonner wurde ihr bei den Wahlen 1999 und 2005 gedankt. Sie konnte ihr Amt mit einem herausragendem Ergebnis erfolgreich verteidigen. Seit 2005 ist Bärbel Dieckmann auch stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD.
Erneuerbare Energien
Die meisten Rohstoffe, aus denen wir die Energie unserer Versorgung beziehen, reichen nur noch wenige Jahrzehnte. Atomenergie ist auf die Dauer ein zu großes Risiko für die Sicherheit und die Gesundheit der Menschen aber auch für die Umwelt. Die Umstellung auf Erneuerbare Energien ist deshalb ökologisch notwendig und wirtschaftlich sinnvoll.
Für die Stadt Bonn spielt das Thema gleich zweifach eine große Rolle: Die Stadtwerke bieten für Privatkunden ein spezielles Naturstrompaket an, dessen Strom zu 100% aus regenerativen Ernergien stammt. Darüber hinaus ist Bonn immer ein beliebter Tagungsort für internationale Konferenzen gewesen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Hier werden durch gute Ideen die Voraussetzungen für die erfolgreiche Umstellung der Energieversorgung geschaffen, so z.B. auf der Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien 2004, die Weltversammlung für Erneuerbare Energien 2005 oder der indirekt mit dem Thema verbundene Klimagipfel 2001.
Im Klartext heißt das: Bonn bietet in Sachen Erneuerbare Energien optimale Bedingungen, sowohl für “kleine Endverbraucher” als auch für “große Entscheidungsträger”.
Festspielhaus
Mit dem Beethoven Festspielhaus will die Bundesregierung ihrer nationalen Aufgabe zur Pflege des Beethoven-Erbes gerecht werden und die Bundesstadt an die musikalische Tradition rund um ihren berühmtesten Sohn Ludwig van Beethoven anknüpfen. Derzeit geht der Architekturwettbewerb in die entscheidende Phase, über alle Neuigkeiten rund um die neue Konzerthalle auf Weltniveau können Sie sich auf der Website des Beethoven Festspielhauses informieren.
Florentius & Cassius
So heißen die beiden Stadtpatrone von Bonn. Sie stammten aus Nordafrika und waren Mitglieder der thebäischen Legion Roms, einer Gruppe von Soldaten die sich offen zum Christentum bekannte. Sie weigerten sich, den Kaiser als göttliches Oberhaupt anzuerkennen und widersetzten sich dem Befehl, an der Christenverfolgung teilzunehmen. Aus diesem Grund wurden sie in Bonn hingerichtet. Am Kreuzberghang, wo die Hinrichtung stattgefunden haben soll, steht heute noch in Erinnerung an die Märtyrer die Marterkapelle, zu der der “Mordkapellenweg” führt. Über ihren Gräbern wurde das Bonner Münster gebaut. Schon sehr früh, etwa 691 n.Chr. wurden sie in Bonn verehrt und 1643 zu Stadtpatronen erklärt. Seit ein paar Jahren schmückt eine überdimensionalgroße Skulptur ihrer Köpfe den Martinsplatz am Münster.
Godesberger Programm
Dieser Meilenstein in der Parteiengeschichte der jungen Bundesrepublik war ein Zeichen für den effektiv bereits vollzogenen Wechsel der SPD von einer sozialistischen Arbeiterpartei zur Volkspartei. Mit überwältigender Mehrheit wurde das Godesberger Programm am 15. November 1959 verabschiedet, die neue Identität der Partei war damit entschieden. Das Programm war das erste als solches deklarierte Grundsatzprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.
Hofgarten
Dieser Ort im Herzen Bonns ist nicht nur unter Studenten sehr beliebt. Sobald die Sonne rauskommt und man sich gerne im Freien aufhält wird die schöne große Wiese gegenüber vom Hauptgebäude der Universität regelrecht besetzt. Von lernen, klönen, sonnen, faulenzen bis hin zu Fussball spielen – der Hofgarten ist dafür der ideale Ort. Doch auch seine “politische Rolle” soll nicht unerwähnt beiben: war und ist er doch immer noch Schauplatz zahlreicher Demostrationen und Kundgebungen. Legendär ist zum Beispiel der “Sternmarsch auf Bonn” am 11. Mai 1968, bei dem gegen die Notstandsgesetzgebung demonstriert wurde oder die Demonstration gegen die Nachrüstung mit US-Raketen am 22.11.1983, an der sich ca. 500 000 Menschen beteiligten. Ansonsten ist der multitaskingfähige Hofgarten neben seiner Funktion als ausserparlamentarisches Zentrum von politischer Meinungsbildung ein Ort der Muße und Entspannung an dem auch Spiel und Spaß nicht zu kurz kommt. Vorsicht sei jedoch vor allem zu später Stunde geboten, es könnte sein dass man unliebsam von den Wassersprengern überrascht wird...
Internationales Kongresszentrum Bundeshaus Bonn
Wieder ein Beweis dafür,dass der Regierungsumzug für Bonn nicht automatisch Wegfall von Arbeitsplätzen und leerstehende Gebäude bedeutete. Dort, wo früher der Deutsche Bundestag seine Debatten führte, finden heute zahlreiche Veranstaltung aus Bereichen von Politik bis Musik statt. Das Wasserwerk, der alte Plenarsaal sowie weitere Seminar- und Tagungsräume bieten ausreichend Platz für Events aller Art und jeglicher Größenordnung. Ab voraussichtlich Mitte 2011 ergänzt der Erweiterungsbau das Angebot des World Conference Center Bonn.
Jecke ...
ist quasi die Bezeichnung für alle Bonner während der fünften Jahreszeit, dem Karneval. Höhepunkt jeder am 11.11. beginnenden Session ist natürlich der große Rosenmontagszug, der über ca. 4 Kilometer quer durch die Innenstadt zieht. Hier winkt dann das Prinzenpaar den Narren zu, die Funkemariesche schwingen die Beine, die Lavumm spielt Musik zum Tanzen und Schunkeln, von den Wagen regnet es Konfetti, Kamelle und Strüßche, hier und da wird ein Kölsch gezischt und lecker Määdsche verteilen Bützche. Alles klar? Wem das ganze wie Chinesisch vorkommt, sollte unbedingt mal nach Bonn kommen und sich das ganze Spektakel aus der Nähe anschauen. Schließlich hat der Karneval am Rhein noch einiges mehr zu bieten als die aus dem Fernsehen bekannten Sitzungen. Für alle, die den “Jecken-Code” sofort identifizieren konnten: Alaaf, und spätestens bis zum nächsten Fastelovend!
Kelber, Uli
Bonns Abgeordneter in Berlin. Schon zum wiederholten mal erhielt Kelber das Vetrauen der Bonner Bürger um ihre Interessen in Berlin zu vertreten. Mittlerweile ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD und hat damit auch alle Hände voll zu tun. Sein Team im Wahlkreis aber auch die drei Exil-Bonnerinnen in Berliner Büro stehen ihm dabei tatkräftig zur Seite.
Doch keine Angst, der Kontakt zu den Bonner Bürgern ist Kelber nach wie vor sehr wichtig. Einmal im Monat steht er in der Bürgersprechstunde voll und ganz zu Verfügung, in “Notfällen” sogar öfter. Diskussionen in Schulen stehen ganz oben auf seiner persönlichen Beliebtheitsskala. Als Vater von vier Kindern muss er natürlich auch zusehen, dass die Familie nicht zu kurz kommt. Nach dem grandiosen Ergebnis der letzten Bundestagswahl (Rekordergebnis in der Geschichte der Bonner SPD) wird das wohl auch nicht die letzte Schaffensperiode für Uli Kelber in Berlin sein.
Ludwig van Beethoven
Der weltberühmte Komponist, dem wir unter anderem das “da da da daaa” aus der fünften Sinfonie zu verdanken haben, wurde hier in Bonn 1770 geboren. Das musikalische Talent wurde ihm quasi in die Wiege gelegt; schon sein Großvater war kurkölnischer Kapellmeister und sein Vater Sänger in der Bonner Hofkapelle. Aber grade der Vater war es auch, der Ludwig als Kind das Leben schwer machte. Hatte er doch von dem Wunderknaben Mozart so viel gehört, und dem sollte Klein-Ludwig in nichts nachstehen. Manchmal soll er sogar mitten in der Nacht geweckt worden sein, um Klavier zu üben.
Studiert hat Beethoven zunächst auch noch in Bonn, dann ging er nach Wien und blieb für immer dort. In seiner Geburtsstadt hat der Komponist bis heute Spuren hinterlassen, er gilt als Wahrzeichen von Bonn. Das Geburtshaus in der Bonngasse 20 ist heute ein Museum und am Münsterplatz steht das große Denkmal. Die Beethovenhalle ist Veranstaltungsort für überwiegend klassische Konzerte aber auch Messen und Partys und jedes Jahr im Sommer findet das große Internationale Beethovenfest statt, das auch weit über die Landesgrenzen von NRW Beachtung findet. Wer ein wenig auf den Spuren des Altmeisters wandeln möchte, sollte auch einen Abstecher in die Remigiuskirche machen, wo Beethoven getauft wurde.
Museumsmeile
Ein ausgedehnter Besuch der Museen entlang der Friedrich-Ebert-Allee ist ein absolutes Muss für Kulturfans. Durch die enorme Vielfalt ist für jeden was dabei, Bonn kann sich da mit Millionenstädten messen. Im Haus der Geschichte kann die deutsche Vergangenheit seit 1945 mit allen Höhen und Tiefen abwechslungsreich und anschaulich erkundet werden. Das Naturkundemuseum Alexander Koenig bietet einen beeindruckenden Einblick in die Artenvielfalt der Tierwelt und verfügt über eine der größten Tiersammlungen Deutschlands. In der Bundeskunsthalle werden vor allem spektakuläre Wechselaustellungen gezeigt und das Kunstmuseum zeigt überwiegend moderne Kunst, unter anderem eine Dauerausstellung von Joseph Beueys. Im Kunstmuseum lohnt auch ein Besuch im Café des Hauses, wo der politikbegeisterte Frühstücker ein “Frühstück Gesundheitsreform” bestellen kann. Die Variante Kassenpatient beinhaltet ein Stück Brot und ein Glas Wasser, während das Modell Privatpatient eine einzige große Fressplatte bietet. Ein guter Start in den Tag und vielleicht sogar ein Denkanstoss für die Politik...
Nordstadt
Zur Bonner Nordstadt gehört die Innere und die Äußere Nordstadt, die eine oft auch als Altstadt, die andere neuerdings auch teilweise als Bonn-Castell bezeichnet. Dabei ist die “Altstadt” von heute mit ca. 100 Jahren um einiges jünger als beispielsweise das Münster oder der Markt und die Sternstraße als frühere Handelszone. In dem Teil, der im Volksmund als Altstadt bezeichnet wird und der grob gesagt nördlich des Stadthauses beginnt, hat sich seit den 1970er Jahren eine bunte Kneipenszene entwickelt. Das am Rande der Altstadt gelegene historische Römerlager bildet den wirklich ältesten Teil von Bonn: es ist 2000 Jahre alt. Zwischen März und April ist dieser Stadtteil von Bonn ein besonderer Augenschmaus, denn zu dieser Zeit tragen die vielen Kirschbäume, die hier stehen, ihre Blüten. Legendär ist auch der Karneval in der Heerstraße, wo sich vor allem viele Jugendliche treffen.
Ollenhauer, Erich
...war nach Kurt Schuhmacher der zweite Parteivorsitzender der Nachkriegszeit und hat stark am Wandel der SPD zur Volkspartei mitgewirkt. Das Erich-Ollenhauer-Haus in der Ollenhauerstraße Ecke Friedrich-Ebert-Allee ist als Parteizentrale der SPD der Nachfolger der oben bereits erwähnten “Baracke” und der Vorgänger des Willy-Brandt-Hauses in Berlin. Nachdem die alte SPD-Parteizentrale als Arbeitsplatz nicht mehr tragbar war, wurde 1975 eine neue gebaut und feierlich von Willy Brandt eingeweiht. Der große rote Würfel mit dem SPD-Schriftzug sorgte dafür, dass das Gebäude schon von weithin zu erkennen war. Heute wird das Gebäude von der Deutschen Telekom genutzt. Der legendäre Würfel, der auch nach dem Regierungsumzug noch an alten Zeiten erinnerte, wurde im März 2001 letztendlich doch in den wohlverdienten Ruhestand geschickt. Nachdem er unter Aufsicht des damaligen Generalsekretärs Franz Müntefering mit Hilfe eines Krans heruntergehieft wurde, steht er heute im Haus der Geschichte.
Post-Tower
Die Zentrale des Deutschen Post AG ist mit ihren 42 Stockwerken und 162 m Höhe das höchste Bürogebäude von Nordrhein-Westfalen und damit so gut wie unübersehbar. Entworfen wurde der Turm von Stararchitekt Helmut Jahn. Besonders bei Nacht ist der Post Tower eine Bereicherung für die Bonner Skyline, denn da leuchtet er in vier verschiedenen Farben. Wer sich das Gebäude von innen anschauen möchte, sollte dies allerdings ein wenig im Voraus planen, denn der Einlass ist für Besucher nur mit Gastausweis erlaubt. Doch auch ein Blick von aussen aus nächster Nähe lohnt sich schon. Der Post Tower befindet sich direkt an der Rheinaue, gleich neben dem “Langen Eugen”.
Qualität...
hat das Leben in Bonn auf jeden Fall, zumindest laut zahlreicher Umfragen und Studien. Die Bonner fühlen sich nicht nur einfach wohl hier: Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey von 2005 ist die Ex-Hauptstadt sogar die lebenswerteste Region in ganz Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Münster und Köln. Ob in Sachen Bildung, Familie, Landschaft, Kultur, Ganztagskindergärten oder Infrastruktur - Bonn macht glücklich!
Die hohe Lebensqualität schlägt sich auch auf’s Gemüt nieder: Im Vergleich mit anderen Städten sind die Bonner optimistisch was die Zukunft angeht. Bei soviel guten Nachrichten kann man ja richtig patriotisch werden...
Rathaus...und Marktplatz
Der Grundstein des historischen Rathauses wurde bereits 1737 von Clemens August persönlich gelegt, der das schöne Bauwerk in Auftrag gegeben hatte. Es ist der “krönende Abschluss” des dreieckigen Bonner Marktplatzes und eine prächtige Kulisse für viele Veranstaltungen. Während des Bonner Kultur-Sommers kann man sich hier von Konzerten oder internationalen Tanzgruppen unterhalten lassen. Ein besonderes Ereignis und auf jeden Fall einen Besuch wert ist der Markt, der täglich außer Sonntags stattfindet. Frisches Obst und Gemüse aus der Region wird hier regelrecht angepriesen, denn Bonn ist einer der wenigen Märkte in Deutschland, wo es noch Marktschreier gibt.
Seine Funktion als Sitz der Stadtverwaltung musste das Rathaus jedoch 1978, als das Stadthaus eingeweiht wurde, abgeben. Heute wird das alte Rathaus nur noch für repräsentative und kulturelle Zwecke genutzt. Viele Staatsoberhäupter oder andere Prominente haben schon von der Treppe aus den Bonnern zugewunken. Höhepunkte waren u.a. John F. Kennedy, Queen Elisabeth II. oder die Radler vom Team Telekom.
Stadthaus
Sitz der Bonner Stadtverwaltung. Es wurde 1978 fertig gestellt, ist 72m hoch und hat 17 oberirdische Stockwerke. Gemeinsam mit vier weiteren Türmen gehört es zu einem Gebäudekomplex, der schon von weitem deutlich sichtbar ist. Diese Tatsache sorgte schon sehr früh für allgemeine Missmutigkeit in der Bonner Bevölkerung. Einer der größten Kritikpunkte war und ist immer noch, dass insbesondere die schöne Sicht auf die alte Sternstraße unter den hoch über allem thronenden Hochhäusern leidet. Die schlechte Stimmung führte soweit, dass das Stadthaus sogar als Schandfleck der Innenstadt bezeichnet wurde. Manche (Julis) fordern sogar, dass das Gebäude komplett abgerissen werden und die Stadtverwaltung verlegt werden soll. Dass dies insbesondere auch aus finanziellen Gründen keine gute Lösung ist, liegt auf der Hand - vor allem weil die meisten Bonner sich wohl mittlerweile doch an das Stadthaus gewöhnt haben.
Telekom
Wohl kein anderes Unternehmen hat die Stadt so sehr geprägt wie die Deutsche Telekom. Nachdem es im Zuge der Privatisierung des Telekommunikationsbrerichs aus der Deutschen Bundespost hervorging ist es heute das größte Telekommunikationsunternehmen Europas. Die Konzern-Zentrale an der “Diplomatenrennbahn” ist schon lange nicht mehr das einzige Gebäude der Telekom in Bonn. Auf dem Grundstück, wo früher die CDU-Parteizentrale und die Britische Botschaft stand, ensteht zurzeit ein riesiger Neubau, der Platz für 1700 Arbeitsplätze bietet. Der Begriff “Telekom-City”, der für alle Liegenschaften der Firma rund um die Zentrale steht, ist auch der Inbegriff für den wirtschaftlichen Strukturwandel, den Bonn nach dem Regierungsumzug vollzogen hat. Und last but not least ist die Telekom der Sponsor der erfolgreichsten Bonner Bundesligamannschaft aller Zeiten: der Telekom Baskets!
Seit der Gründung des Vereins 1995 hat die Mannschaft in der 1. Bundesliga zwar noch nie den Meistertitel geholt, wurde aber immerhin 3 mal Vizemeister. Das tut der Unterstützung durch die Baskets-Fans jedoch keinen Abbruch. Der größte Basketballfanclub in Deutschland sowie tausende weitere eingefleischte Fans bringen regelmäßig die Hardberghalle zum brodeln. Eine neue Halle mit integriertem Ausbildungszentrum für Nachwuchsmannschaften ist in Planung.
UN-Campus
Das ehemalige Abgeordnetenhaus, das im Volksmund immer noch “Langer Eugen” genannt wird, hat nicht unter dem Regierungsumzug nach Berlin gelitten. Mittlerweile ist der Wolkenkratzer am Rhein das Zentrum des sogenannten UN-Campus. Hier haben 12 UN-Einrichtungen, die sich mittlerweile in Bonn angesiedelt haben, einen gemeinsamen Standort. Dass die starke Präsenz der UN in Bonn auch eine Art magnetische Wirkung hat, zeigt sich vor allem daran, wie viele Nicht-Regierungsorganisationen sich hier in den letzten Jahren niedergelassen haben. All diese Institutionen verleihen Bonn insgesamt ein besonderes internationales Flair.
Venusberg
Ein schöner Stadtteil von Bonn, der auch geschichtlich von Bedeutung ist: Hier kann man - wenn man durch meterdicke Unkrautwucherungen hindurchspäht- die alte Kanzlervilla bestaunen. Schon Willy Brandt hat hier zu Regierungszeiten gelebt. Einen Eindruck vom Innenleben dieser Liegenschaft lieferte der in Bonn gedrehte Film “Schattenväter” in dem Mathias Brandt und Pierre Boom (Sohn von Günther Guillaume) über ihre damaligen Eindrücke der Affäre von 1974 sprechen. Willys Sohn geht in dem Film noch einmal durch die alten Räume und erinnert sich an kuriose, aber auch schwierige Momente als Kanzlersohn. Ein sehenswerter Film, dessen Drehort nicht nur für geschichtsbegeisterte einen Abstecher wert ist. Denn neben seiner Rolle als Ex-Kanzler-Sitz eignet sich der Venusberg mit der nahegelegenen Waldau hervorragend für ausgedehnte Spaziergänge.
Weg der Demokratie...
Ins Leben gerufen vom Haus der Geschichte und der Stadt Bonn bietet der “Weg der Demokratie” einen Rundgang durch das alte Regierungsviertel und damit durch 50 Jahre Demokratiegeschichte in Deutschland. Geschichtsträchtige Orte wie der ehemalige Bundestag, das Bundeskanzleramt oder das Museum Koenig liegen auf dem Rundkurs, der vom Haus der Geschichte aus in etwa anderthalb Stunden zu bewältigen ist. Informationstafeln in deutscher und englischer Sprache informieren über die jeweiligen Stationen des Weges.
Organisiert durch Bonns Bundestagsabgeordneten Uli Kelber findet mehrmals im Jahr eine Führung über den Weg der Demokratie durch (ehemalige) Spitzenpolitiker der “Bonner Republik” statt. An dieser interessanten Tour mit prominenten Persönlichkeiten aus der Politik kann jeder der Lust hat teilnehmen.. Beim gemütlichen Schlendern kann man darüber hinaus mit Sicherheit auch die ein oder andere Anekdote hören, die den Ex-Akteuren zu den einzelnen Stationen einfällt. Diese einzigartige Kombination aus Leibesübung und Insiderwissen über vergangene Tage erfreut sich wachsender Beliebtheit. Die Terminankündigung für den jeweils nächsten Spaziergang finden Sie auf Uli Kelbers Website unter “Termine”.
Weitere Informationen über den Rundkurs durch das Regierungsviertel finden Sie unter
X-Mas-Markt
Zu Adventszeit ist natürlich auch der Bonner Weihnachtsmarkt immer einen Besuch wert. In vielerlei Hinsicht mag sich das Angebot nicht von anderen Städten unterscheiden: auch hier gibt es Blechspielzeug, Duftkerzen oder Baumschmuck aus dem Erzgebirge zu kaufen. Auch hier kann man sich am Paradiesapfel vergreifen oder sein Weihnachtsgeld in Glühweinkonsum investieren. Und doch gibt es am Bonner Weihnachtsmarkt ein paar kleine Besonderheiten: Am Friedensplatz wird seit ein paar Jahren eine kleine Eisbahn aufgebaut (eine große befindet sich übrigens zu dieser Zeit am Museumsplatz). Vor dem Münster befindet sich die sogenannte Bonner Kirchenmeile, wo vor allem Produkte aus fairem Handel verkauft werden. Wer also nicht nur seinen lieben Verwandten etwas Gutes tun, sondern nebenbei noch helfen will, der wird hier in jedem Fall fündig. Am 23.12. ist Schluss und die Buden werden abgebaut. An diesem Abend empfiehlt es sich sowieso nicht besonders hier aufzutauchen, denn viele alte Jahrgangsstufen von Bonner Schulen nutzen die Gelegenheit für ein alljährliches Wiedersehenstreffen.
Zeitung
Die größte Bonner Tageszeitung ist der Generalanzeiger mit einer Auflage von 90 000 Stück. Das Einzugsgebiet reicht von Bonn und Rhein-Sieg-Kreis bis zu den Landkreisen Ahrweiler und Neuwied. Clemens August hat auch hier indirekt seine Finger mit im Spiel gehabt, denn 1725 wurde der Verlag als Hofdruckerei des Kurfürsten von Leonhard Rommerskirchen gegründet. Mittlerweile befindet sich der General Anzeiger in der 10. Generation in Familienbesitz.
© 2012 Ulrich Kelber, MdB