Keine neue Autobahnverbindung durch Bonn

Ob "Südtangente", "Mitteltunnel", "Venusbergtunnel", "Siebengebirgsentlastung" oder "Ennertaufstieg": Das alles sind nur schönklingende Namen für den Plan der Bonner CDU, mitten durch Bonner Wohn- und Naherholungsgebiete eine neue Fernstraße als Verbindung zwischen den Autobahnen A3 (Köln-Frankfurt) und A565 (Bonn-Meckenheim) zu bauen.

Über 50.000 Autos täglich, bis zu 30 Meter hohe Abgasschlote in Kottenforst und Ennert, Tunnelportale bei Holtorf und Ramersdorf, Ippendorf und Lengsdorf, Dottendorf und Friesdorf. Oberirdische Straßen bei Dottendorf, Friesdorf, Röttgen, Ückesdorf, Lengsdorf, Ippendorf, Holtorf, Ungarten, Roleber und Hoholz. Abgase in die Frischluftzufuhr von Endenich und der Innenstadt. Landschaftsbildzerstörung durch Brücken und offene Troglagen. Die trassennahen Wohnviertel und Naherholungsgebiete hätten unter Lärm, Abgase und Verschandelung zu leiden.

CDU versucht zu tricksen

Die SPD und ich kämpfen seit vielen Jahren gegen diese neue Fernstraße quer durch Bonn, die CDU war immer dafür. Als ich 2003 eine Streichung aus dem Bundesverkehrswegeplan erreichte und damit die Planungen durch die Behörden stoppte, kündigt die CDU eine Aufhebung dieses Beschlusses an. Und das, obwohl alle bisher mit Untersuchungen der Pläne von Bund, Land oder Kommunen beauftragen unabhängigen Fachinstitute vom Bau der Südtangente abraten (Auszug Zitate siehe unten).

Die Bürgerinnen und Bürger lehnen mit Mehrheit den Bau einer neuen Fernstraße quer durch Bonn ab. Das weiss auch die CDU. Deswegen wird vor Wahlen gerne getrickst, die Südtangente oder Siebengebirgsentlastung sei doch derzeit gar kein Thema. Aber noch im Juni 2009 kündigte der CDU-Oberbürgermeisterkandidat Dürig auf einer Veranstaltung mit dem CDU-Verkehrsminister von NRW, Lienenkämper, an: "Auch bei der Frage der Siebengebirgsentlastung können wir auf die Unterstützung der Landesregierung setzen ..." Als Vorsitzender der Meckenheimer CDU war der Bonner CDU-Oberbürgermeister-Kandidat immer ein Anhänger der neuen Autobahnverbindung quer durch Bonn. Das machte er auch im Interview mit dem Bonner General-Anzeiger am 24.09.2008 deutlich: "Wir brauchen dringend eine Verkehrslösung und damit weniger Staus. Ich kann mir vorstellen, dass eine Südtangente - in welcher Trassenführung auch immer - eine davon sein kann. Irgendwann muss der Knoten durchschlagen werden."

Informationen, ein historisches Archiv und Pläne finden Sie auf der Website der Bürgerinitiativen.

Bonn

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