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Leserbrief an den General-Anzeiger (März 2003)

Ohne Alternative

Kommentar "Teurer Wind" vom 4. März

Schade, dass Herr Stech alle Behauptungen der großen Energiemonopolisten ungeprüft übernimmt, obwohl diese mit den bisherigen Energieversorgungsstrukturen weiter Gewinne machen wollen und deswegen am Ausbau der erneuerbaren Energien nicht interessiert sind. Gegenargumente werden im Kommentar ebenso wenig berücksichtigt wie die Arbeitsplätze im Bereich erneuerbare Energien (schon 130.000 in Deutschland) und die zunehmenden Exporterfolge.

Dabei ist eins klar: Schon der Klimawandel lässt uns keine Alternative zum massiven Ausbau der erneuerbaren Energien. Dazu gehört eben auch die Windenergie. Und der neue Rekord am Zuwachs von Windenergie zeigt, wie erfolgreich Deutschland auf diesem Weg ist. Die Förderung der erneuerbaren Energien macht unser Land zum technologischen Spitzenreiter auf einem boomenden Weltmarkt. Wirtschaftspolitik, wie man sie sich wünscht.

Die Kosten der Förderung der erneuerbaren Energien für eine Durchschnittsfamilie sind weniger als ein Euro pro Monat. So viel sollte uns unsere Zukunft wert sein, selbst wenn sicher dieser Betrag bis 2010 noch verdreifachen könnte. Und auch bei dem Vergleich der Strompreise hat sich Julian Stech von den Lobbyisten einen Bären aufbinden lassen. Die deutschen Stromkosten - zumindest in der Industrie - liegen im europäischen Mittelfeld. Das zeigen die Untersuchungen von OECD und EU.

Bleibt noch die Behauptung, Windenergie wäre teuer, weil der Bedarf an Regelenergie (Ersatzenergie) so massiv steigen würde. Seltsam, bei der Kernenergie war das nie ein Argument, obwohl hier viel mehr Regelenergie vorgehalten werden muss, damit z.B. im Notfall mehrere Großkraftwerke abgeschaltet werden können. Nein, das Argument mit der Regelenergie fällt zurück auf die großen Energiekonzerne. Bei der anstehenden Erneuerung des Kraftwerkparks muss die Technologie so gewählt werden, dass man auf den überlebensnotwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien flexibel reagieren kann. Die Prototypen solcher Kraftwerke, die Deutschland dann weltweit verkaufen könnte, stehen längst zum Bau bereit.