Wie schnell ändern sich die Zeiten! Da schreiben und reden die Journalisten noch vor zwei Wochen über zu hohe Steuern auf Energie. Nachdem jetzt die neue Studie der Vereinten Nationen veröffentlicht wird, die eine noch dramatischere Klimaveränderung in diesem Jahrhundert vorhersagt, sprechen dieselben Herren von den "dringend notwendigen und schmerzhaften Schritten, die die Politik jetzt machen muss". Nächste Woche wenden sie sich dann dem nächsten Thema zu. Mit einer so kurzfristigen Denkweise kommen wir nicht weiter! Klimaschutz ist eine Aufgabe, bei der man einen langen Atem braucht. Eine Herausforderung für Politik und Medien.
Die Ergebnisse der Studie sind beängstigend: Die 90er Jahre waren die wärmsten Jahre seit 1850, die Temperatursteigerung im 20. Jahrhundert die größte des Jahrtausends. Das Eis am Nordpol ist um 40% dünner geworden. Und der Meeresspiegel ist im 20. Jahrhundert bereits um 20 cm gestiegen. Schlimmer noch sind die Projektionen für das 21. Jahrhundert und die Zeit danach. Die globale Durchschnittstemperatur könnte bis dahin um bis zu 5,8° Grad steigen. Das würde keiner der einheimischen Baumarten in Deutschland überleben. Diese durch Menschen verursachte Erwärmung ist größer als die natürliche Erwärmung nach der letzten Eiszeit, die 10.000 Jahre brauchte. Der Meeresspiegel könnte bis zu einem Meter steigen. Manche Inselstaaten werden dann ganz im Meer versinken, allein in Ägypten und Bangladesh werden 100 Millionen Menschen ihre Heimat an das Meer verlieren. Und dieser Prozess ist nicht mehr aufzuhalten, da die meisten der den Treibhauseffekt verursachenden Gase schon in der Atmosphäre sind.
Mit schnellem Umsteuern können wir aber noch größere Katastrophen verhindern. Hielte die Erwärmung nämlich länger (über das 21. und 22. Jahrhundert hinaus) an, würde z.B. das gesamte Eis auf Grönland schmelzen und allein dadurch der Meeresspiegel um sieben Meter steigen. Bye bye New York, Hamburg, Miami, Venedig, Niederlande ...
Wir haben es heute noch in der Hand, mit konsequenter Energie- und Umweltpolitik die größten Probleme zu verhindern. Dann darf aber nicht jede Maßnahme des Umweltschutzes zu einem großen Aufschrei führen.