Auf Initiative der SPD hat die Bundesregierung eine Reform der Mitbestimmung beschlossen. Damit soll erreicht werden, dass die Bestimmungen zur Mitwirkung der Beschäftigten auch unter den heutigen wirtschaftlichen Bedingungen funktionieren können. Mitbestimmung war in den dreißig Jahren seit 1972 ein deutsches Erfolgsmodell, weil so die meisten Konflikte in den Betrieben schnell beigelegt werden konnten.
Kritik an der Reform kommt - neben den üblichen Verdächtigen aus CDU/CSU und FDP - nur von den Funktionären der Unternehmensverbände. Die Unternehmer selbst schätzen Ihre Betriebsräte, wie eine Umfrage ergab. Dabei erklärten 83% der Firmenchefs, "gut" oder "sehr gut" mit dem Betriebsrat zurecht zu kommen. Kein Wunder: Gerade bei den heutigen Forderungen nach mehr Flexibilität in den Betrieben ist es gut, wenn die Unternehmer einen direkten Ansprechpartner haben. Oder mit wem sonst sollten z.B. Arbeitszeitkonten vereinbart werden? Gerade in kleineren Unternehmen wollen die Mitarbeiter sich auch stärker in das Unternehmen einbringen.
Die Kostenrechnungen der Wirtschaftsverbände sind an den Haaren herbeigezogen und halten keiner seriösen Prüfung stand. Z.B. haben die Unternehmer die Kosten für die bisherigen Strukturen glatt unterschlagen. Übrigens gibt es in anderen europäischen Ländern, z.B. in Österreich, Holland, Frankreich und Schweden, durchaus weitgehendere Rechte für die Betriebsräte als jetzt nach der Reform in Deutschland.
Die Reform erleichtert den Menschen, die Betriebsratsarbeit machen, das Leben und schafft bürokratische Hindernisse ab. Betriebsräte kümmern sich um die Menschen in den Betrieben. Und Mitbestimmung auch am Arbeitsplatz ist ein Grundrecht für Menschen in einer demokratischen Gesellschaft.