Nach dem Rekordwachstum von 2001 (3,1%) ist das Wirtschaftswachstum in Deutschland im Rahmen der weltweiten wirtschaftlichen Probleme zurückgegangen. In einer Rezession steckt unser Land deswegen noch lange nicht. Zwischen 1,2% und 2,2% Wachstum werden noch für dieses Jahr vorhergesagt. Für 2002 werden deutlich über 2% Wachstum erwartet. Auch die anderen EU-Länder müssen ihre Wachstumserwartungen deutlich reduzieren . Grund überall: Die Wirtschaftskrise in den USA und die gestiegenen Ölpreise. "Die Bundesregierung trägt keine Schuld am Rückgang des Wachstum. Die Aussichten für 2002 sind gut", urteilten die Wirtschaftsforschungsinstitute.
Hektik ist in einer solchen Lage ein schlechter Ratgeber. Darunter fällt nach Meinung aller Experten auch das "Konjunkturprogramm" der CDU, dass nach ihrer Meinung keine Wirkung hätte. Die dort vorgeschlagenen Maßnahmen wie Rücknahme der ökologischen Steuerreform und das Vorziehen der für 2003 und 2005 beschlossenen weiteren Stufen der Steuerreform würde 90 Milliarden Mark pro Jahr kosten. Da das nicht nur über mehr Schulden zu machen ist, würde das CDU-Konzept massive Steuererhöhungen bedeuten. Übrigens: Japan hat zehn Jahre lang "Konjunkturprogramme" aufgelegt, die wie erwartet keine Wirkung entfaltet haben. Der Staat ist jetzt aber pleite und kann seine Kreditzinsen kaum mehr zahlen.
Auf 3,6% pro Jahr war die Inflation im Mai gestiegen, so hoch wie seit 1993 nicht mehr. Auslöser waren die stark gestiegenen Ölpreise und die auf Grund von BSE und MKS teurer gewordenen Lebensmittel. In wesentlich kleineren Schlagzeilen konnte man in den letzten Tagen lesen, dass im Juni die Rate schon auf 3,1% pro Jahr zurückgegangen ist. Im restlichen Verlauf des Jahres wird sich die Inflationsrate unter 3% bewegen, in 2002 wohl dann wieder unter 2%.
Zwei schöne Zahlen, die zeigen, wie robust die Wirtschaft und wie richtig die Wirtschaftspolitik in Deutschland ist: 1. Seit 1980 ist der Anteil von Steuern und Sozialabgaben in Deutschland (also das, was vom Lohn abgezogen wird) von 42,8% auf 41,4% gesunken, 1998 waren es noch 42,3%. In anderen europäischen Ländern sind diese Lohnabzüge dagegen laufend gestiegen, z.B. in Frankreich von 42,6% auf 45,1% und in Dänemark von 45,1% auf 49,5%. 2. Die Zahl der angemeldeten Patente in Deutschland ist von 83.000 pro Jahr (1998) auf 110.000 pro Jahr in 2000 gestiegen.