Newsletter 11/2002
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Aktuelle Themen aus der Bundespolitik
Uli Kelber, MdB
Berlin, 11.06.2002

"Südtangente" bleibt gefährlicher Unsinn

Auch wenn es die Bonner CDU und einige ihrer Helfershelfer nicht wahrhaben wollen: An der Warnung der Experten vor dem Bau der sogenannten "Südtangente" (Verbindung von A3 und A565 über die Südbrücke und quer durch Bonn) hat sich auch durch die neuen Unterlagen im Rahmen der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans nichts geändert. Aus finanziellen, ökologischen und verkehrspolitischen Gründen raten die Gutachter, keine neue Autobahn durch Bonn zu bauen.

340 Millionen Euro würde die "Südtangente" mindestens kosten, so das Bundesverkehrsministerium. Geld, das dann beim notwendigen Ausbau der A59 und der Schienenstrecken der Region fehlen würde. 50 Prozent des Verkehrs auf der neuen Strecke, hat das Bonner Planungsamt ausgerechnet, wäre überregionaler Durchgangsverkehr, weil durch die "Südtangente" die kürzeste Verbindung zwischen BeNeLux und Rhein/Main dann quer durch das Bonner Stadtgebiet und die Naherholungsgebiete Ennert, Kottenforst und Rheinaue ginge. Auf den Straßen der Region würde die "Südtangente" kaum für Entlastung sorgen, gerade einmal zwischen fünf und zehn Prozent im Höchstfall.

Von hohen Umweltauswirkungen sprechen die Experten und meinen damit die Verlärmung der Erholungsgebiete in Holtorf, Roleber, Dottendorf, Friesdorf, Ippendorf und Ueckesdorf. Beuel, Lengsdorf, Endenich und das gesamte Rheintal hätten die Abgase von tausenden zusätzlichen Autos zu ertragen. Ennert und Kottenforst würden durch riesige Brücken und bis zu fünfzig Meter breite Tröge für immer zerschnitten.

Was die Bonnerinnen und Bonner dazu meinen? Obwohl der General-Anzeiger seit Jahren für die "Südtangente" trommelt, haben zwei Umfragen der Zeitung immer Mehrheiten gegen den Bau der "Südtangente" ergeben. Auf Volkes Stimme sollte auch die CDU endlich hören.

 
### Fakten zur SPD-Politik, XV ###

Die Regierung Kohl gab - trotz des großen Aufholbedarfs in den neuen Bundesländern - zwischen 1994 und 1998 nur 9,5 Mrd. EURO für Verkehrsinfrastruktur aus. Besonders die Bahn musste unter diesen Kürzungen leiden. Trotz Sparkurs wurden unter der SPD die Ausgaben für die Verkehrsinfrastruktur von 1998 bis 2002 auf 11,5 Mrd. EURO erhöht.

 

© 2002, Ulrich Kelber, SPD-MdB aus Bonn
http://www.kelber.de