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Düsseldorf, 16. März 2002 |
Liebe Genossinnen und Genossen!
Mein
Name ist Ulrich Kelber. Ich komme aus Bonn, bin 33 Jahre alt und
Mitglied des Bundestages. Dort vertrete ich die NRWSPD im Ausschuss für
Telekommunikation, im Ausschuss für Neue Medien und im Umweltausschuss.
Ich bitte Euch heute
um die Korrektur der Entscheidung einer Gruppe aus dem alten Bezirk
Mittelrhein, die die regionsinterne Liste entgegen aller üblichen
Kriterien unserer Partei und entgegen aller auch öffentlich gemachter
Zusagen ausgekungelt hat. Die beiden jungen Abgeordneten aus der Region
und Friedhelm-Julius Beucher wurden dadurch auf aussichtslose Plätze
gesetzt.
Der Wahlkreis Bonn,
der alte Adenauer-Wahlkreis, konnte bisher noch nie von der SPD
gewonnen werden (übrigens auch 1972 und 1998 nicht). Natürlich werde
ich wie 1998 mit aller Kraft dafür kämpfen, das zu ändern. Wenn das
aber nicht gelingt, wäre Bonn mit Listenplatz 35 erneut die einzige
kreisfreie Stadt in NRW ohne SPD-Bundestagsabgeordneten, wie fast immer
in den letzten 53 Jahren. Ich will das Feld in der UNO- und
Telekommunikationsstadt Bonn aber nicht Guido Westerwelle alleine
überlassen, der mein Gegenkandidat ist.
Die Vertretung des
Bonn umgebenden Rhein-Sieg-Kreises im neuen Bundestag ist auf jeden
Fall gewährleistet, da mit Ulrike Merten der zweite Wahlkreis des RSK
mit dem Listenplatz 20 gut abgesichert wird. Und auch Uwe Göllner wird
seinen Wahlkreis wie 1998 wieder direkt gewinnen.
Ich war in dieser
Legislaturperiode der jüngste SPD-MdB aus NRW. Aber das ist nicht mein
Hauptargument für diese Kandidatur, auch wenn der Anteil junger
Abgeordneter der NRWSPD 2002 deutlich niedriger sein wird als 1998.
Mein Hauptargument ist, dass ich der NRWSPD und unserem Land ein wichtiges inhaltliches Angebot machen kann.
Franz
Müntefering hat vorhin dargestellt, dass Telekommunikation und
Informationstechnologie sind gerade in NRW zu einem wichtigen
Wirtschaftszweig geworden, mit hunderttausenden von Jobs. Als
Informatiker bringe ich die notwendigen Sachkenntnisse in diesem
Bereich in die NRWSPD ein.
Wir NRWler sind in
der SPD-Bundestagsfraktion in diesem Zukunftsthemen nicht gut
vertreten. Einen weiteren Abgeordneten weniger können wir uns hier
nicht leisten.
Gerade jetzt zeigt
sich wieder, dass in diesen Branchen ein neuer Aufschwung beginnt. Ich
möchte mit anderen zusammen dafür sorgen können, dass wir als NRW da
vorne dabei sind.
Im Umweltausschuss
bin ich unter anderem Co-Berichterstatter der SPD für Klimaschutz.
Meine Kollegin, die mit mir dieses wichtige Thema bearbeitet, hört
dieses Jahr auf. Die Arbeitsgruppe Umwelt wünscht, dass ich das Thema
in Zukunft alleine wahrnehme.
Für NRW wäre das
gut, weil ich erreichen will, dass unsere heimische Kohle beim
Klimaschutz eine angemessen große und wichtige Rolle auch in Zukunft
spielen kann.
Denn das ist meine politische Traumvorstellung: Weltweit wird Energietechnologie aus NRW Exportschlager Nr.1. Ob es ganze Kraftwerke sind, Solarzellen, riesige Windkraftanlagen aus Stahl oder Grubentechnik.
Dafür will ich im Bundestag arbeiten.
Diese
Konferenz, also Ihr, seid der Souverän für die Entscheidung, wen die
NRWSPD nach Berlin schickt. Wichtige Ergebnisse dieser Konferenz dürfen
nicht von einer kleinen Gruppe aus dem Mittelrhein vorweg genommen
werden können.
Ich bitte Euch um
die Korrektur der Liste an dieser Stelle, wie ihr es vor vier Jahren in
einem ähnlichen Fall schon einmal so eindrucksvoll gemacht habt.
© 2012 Ulrich Kelber, MdB