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Für Pänz

 

 

 

 



Die ersten Berichte von Martin Hassel, August bis November 2008

Ich bin Martin Hassel, komme aus Bonn und bin 16 Jahre alt. Durch den Bonner Bundestagsabgeordneten Herrn Ulrich Kelber habe ich ein Stipendium im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms für das Schuljahr 2008-2009 erhalten. Dieses Stipendium umfasst den Aufenthalt in den USA, die Unterkunft in einer amerikanischen Gastfamilie und den Besuch einer Public High School in den USA.

Liebe Leserin, lieber Leser,

Ich möchte Ihnen auf dieser Seite einen Einblick in die Erlebnisse meines Abenteuers und neuen Lebensabschnitts, des Aufenthalts in den USA, geben. Mein 11. Schuljahr verbringe ich in Oskaloosa, Iowa.

Nachdem ich nach langem Zittern und Bangen am 16. Januar 2008 den Anruf von Herrn Ulrich Kelber über die Zusage zu meinem USA-Stipendium bekommen hatte, war ich enorm erleichtert und zugleich in heller Begeisterung. Nun ging es los, jetzt konnte ich mich auf das bevorstehende Riesenabenteuer vorbereiten.


PPP-Vorbereitungsseminar in Bad Bevensen vom 10.05.-17.05.2008

Der erste Schritt auf dem Weg zum Abenteuer war das Vorbereitungsseminar von der für mich verantwortlichen Austauschorganisation Experiment e.V., welches in Bad Bevensen, einer kleinen Stadt in der Lüneburger Heide, stattfand. Auf diesem Seminar trafen sich viele PPP-Stipendiaten aus unterschiedlichen Wahlkreisen Deutschlands im Gustav-Stresemann-Institut. Dies war eine hervorragende Woche, auf der ich viele gleichgesinnte Austauschschüler treffen konnte und es war sehr einfach, gute Freundschaften zu schließen, da wir immer etwas zu erzählen hatten. Unter der Leitung von unseren Teamern, anderen früheren AustauschschülerInnen, erhielten wir viele wichtige Informationen, die uns in unserem aufregenden Abenteuer beim Zurechtfinden helfen sollten. Sie konnten uns auf unsere vielen Fragen aus erster Hand antworten. Mit der Hilfe von Vorträgen, eigenen Präsentationen, Diskussionen, eigenen Brainstormings, Gemeinschaftsspielen und Liedern lernten wir viel über unsere eigene und die amerikanische Kultur. Ein Großteil der Arbeit fand in Kleingruppen statt und wir konnten unsere eigenen Erwartungen und Befürchtungen ansprechen. Im Rahmen dieses Interkulturellen Lernens besuchten wir die Konzentrationslager-Gedenkstätte Neuengamme und erhielten tiefe Einblicke in die geschichtliche Vergangenheit Deutschlands. Die langen arbeitsreichen Tage waren nur durch kleine Essenspausen unterteilt, in denen wir sehr gute Mahlzeiten genießen konnten.
Mit Aufmunterungsrufen konnten wir einen großartigen Gruppenzusammenhalt aufbauen und uns für unser Abenteuer anfeuern. Besonders beeindruckend waren die Bildpräsentation der einzelnen Teamer und deren Erzählungen über das USA-Jahr. Einen krönenden Abschluss erhielt die Woche durch eine Talentshow am letzten Abend, bei der jeder eine kleine Darbietung gab.
Während der ganzen Woche war es immer sehr spannend und interessant gewesen, sodass wir nur sehr wenig Schlaf in den sehr komfortablen Zwei-Bettzimmern bekamen. Am letzten Tag fiel es besonders schwer, sich von den anderen sehr netten, neu gefundenen Freundinnen und Freunden zu verabschieden.

Die nächsten Wochen vergingen wie im Flug und es blieb nicht viel Zeit, die notwendigen Erledigungen abzuhaken. Sehr wichtig waren außerdem die Visumsbeantragung und natürlich die nötigen Einkäufe.

Mitte Juli bekam ich eine Nachricht von meiner "Local Coordinatorin" aus Oskaloosa in Iowa, dass ich in der ersten Zeit bei ihrer Familie leben würde. Ganz gespannt schaute ich im Internet und im Atlas nach der genauen Lage meines zukünftigen Wohnorts. Oskaloosa ist eine kleine Stadt auf dem flachen Land im Mittleren Westen der USA. Dies würde ein total anderes Wohnumfeld sein, als ich es bisher in meinem Leben erfahren hatte. Nun war ich total gespannt dieses unterschiedliche Leben selbst erfahren zu können.


Einstieg in das neue Abenteuer am 7. August 2008

Nun war der lang erwartete, große Tag gekommen. Nach der, wegen des aufwändigen Packens und anschließenden Aufräumens sehr kurzen Nacht stand ich ein letztes Mal aus den gewohnten Federn auf. Ich war von einem gemischten Gefühl aus Vorfreude, ein bisschen Angst und Verabschiedungs-Trauer, meine ganze Familie und meine Freunde für ein Jahr nicht sehen zu können, erfasst.
Auf dem Weg zum Flughafen Frankfurt am Main wurde ich von meinen Eltern, meiner Tante und vier sehr engen Freunden begleitet. Dieses große Begleitkomitee machte den Abschied sehr schwer. Aber ich habe mich enorm gefreut, so viele Leute auf dem Weg in mein unbekanntes Jahr dabei zu haben und ich weiß nun, dass mich einige Leute in Deutschland erwarten, an die ich mich immer wenden kann.
Als ich dann kurz nach 13 Uhr im Flugzeug saß, wusste ich, nun gibt es kein Zurück mehr. Aber es war sehr erleichternd, dass alle PPP-Stipendiaten gemeinsam flogen, und wir hatten uns viel zu erzählen. Nach dem 8½-stündigen Flug waren wir in der Hauptstadt der USA angekommen und damit unserem Zielort einen gewaltigen Schritt näher gekommen. Erstmal kamen die langwierigen Einwanderungskontrollen am Flughafen in Washington D.C., vor denen wir alle etwas geängstigt waren. Es verlief aber alles reibungslos und dann erwarteten uns die Koffer aufgereiht neben dem Gepäckband.


Vorbereitungswochenende in Washington D.C. 7.-9. August

In Washington D.C. erwartete alle PPP-Teilnehmer ein zweitägiges Vorbereitungsseminar, welches von der amerikanischen Partnerorganisation CIEE veranstaltet wurde. Am Flughafen wurden wir herzlich begrüßt und fuhren zu dem Tagungsort, einem feinen Hotel nahe dem Flughafen. In dem Hotel gab es erstmal sehr feines Essen.
Auf dem Programm standen einige kleinere Vorträge, die uns auf das Jahr aus amerikanischer Sicht und in Englisch vorbereiteten. Wir wurden über angemessenes Benehmen an der High School und in der Gastfamilie informiert. Mit einem amerikanischen Teamer erarbeiteten wir in kleineren Gruppen Informationen über unser Jahr und hatten erneut die Möglichkeit, Antworten auf nun aktuelle Fragen zu erhalten.
Wir wurden mit den verschiedenen Veranstaltungen und Pflichten, die uns über das ganze Jahr hinweg begleiten würden, bekannt gemacht. Am Samstag erhielten wir eine sehr interessante Stadtführung durch Washington D.C. in einem Reisebus. Wir konnten außerdem auch verschiedene Monumente besichtigen. Ein fester Bestandteil des D.C.-Aufenthaltes war der Besuch des amerikanischen State Departments, welches auf amerikanischer Seite der Geldgeber für unser Programm ist. Nach einem feinen Essen in Alexandria, einer alten Stadt nahe D.C., kamen wir ins Hotel zurück. Nun war es wieder an der Zeit zu packen. Am nächsten Morgen hatten wir ein gemeinsames Frühstück und erneut gab es einen Abschied.
Auf diesem Seminar hatten wir die Teilnehmer des anderen Bad Bevensen-Seminars kennen gelernt und ich konnte erneut viele Freundschaften knüpfen und wir konnten uns alle über unsere enormen Erwartungen an das gerade begonnene Abenteuer austauschen.


Der Weg zum endgültigen Ziel: Oskaloosa, Iowa

Nach einem aufmunternden Abschluss-Treffen ging es erneut zum Flughafen. Dort teilten wir uns in verschiedene kleinere Grüppchen auf, welche in ähnliche Richtungen flogen. Mein erster Flug ging nach Chicago, wohin wir mit einer relativ großen Gruppe flogen. Von dort flog ich mit zwei anderen PPP-Stipendiaten, die auch in die Nähe von Oskaloosa wollten, in einer kleinen Maschine nach Des Moines, der Hauptstadt des Staates Iowa.
Schon aus dem Flugzeug konnte ich einige große Farmflächen, welche durch wenige schnurgerade Straßen abgetrennt waren, erkennen. Dies passte absolut zu der Beschreibung von Iowa, die ich erhalten hatte. Die lautete, dass Iowa ein sehr ländlicher Staat im Mittleren Westen der USA ist, in welchem hauptsächlich der Mais-Anbau und generell die Landwirtschaft eine sehr wichtige Rolle in der Wirtschaft und im Landschaftsbild spielen.
Am Flughafen angekommen, traf ich dann zum ersten Mal meine Gastmutter und gleichzeitig "Local Coordinatorin", Sally. Außerdem lernte ich einen brasilianischen Austauschschüler kennen, der ein paar Tage bei uns leben sollte.


Die ersten Tage

Am nächsten Tag, nachdem ich bis in den Nachmittag geschlafen und meine Eltern angerufen hatte, räumte ich meine beiden Koffer aus und richtete mich im Zimmer ein. Anschließend bekam ich von Sally eine Hausführung und anschließend eine Fahrt durch Oskaloosa, auf der ich meinen jetzigen Wohnort kennenlernte.

Oskaloosa (Osky) ist eine kleine Stadt mit etwa 12 000 Einwohnern und einer Fläche von 18 km². Sie ist die Hauptstadt von Mahaska, einem kleinen County im Südosten Iowas. Die in 1844 gegründete Stadt wurde nach einer Indianer-Prinzessin benannt, deren Indianerstamm in dem heutigen Stadtgebiet lebte. Heutzutage leben nur noch wenige Nachfahren der Indianer in dem Gebiet, aber die Stadt feiert sehr stark die Indianerkultur.
In Oskaloosa gibt es 53 Kirchen, die alle unterschiedlichen Konfessionen angehören. Die meisten Kirchen sind Abzweigungen des Protestantismus. Das Straßensystem ist nach einem Schachbrettmuster (wie in New York und in römischen Städten) aufgebaut und besitzt eine Hauptstraße, an der sich viele Fast-Food-Restaurants, eine kleine Einkaufs-Mall und große Lebensmittelketten befinden. In der Stadt gibt es die William Penn University mit knapp 1700 Studenten und das religiös geprägte Vennard College mit noch nicht mal 100 Studenten.
Die einzige High School ist die Oskaloosa Senior High School mit mehr als 600 Schülern in den Klassen 9-12; diese Schule besuche ich.
Das Stadtbild hier in Oskaloosa ist ziemlich anders, als ich es von Bonn und anderen Städten gewöhnt bin. Fast alle Häuser sind alleinstehende Gebäude mit einer Einfahrt und umgebendem Garten, der nicht sichtbar vom Nachbargrundstück getrennt ist. In Deutschland hätte ich bei einer solchen Beschreibung nur an eine feudale Villa gedacht, hier allerdings ist fast jedes Haus so gebaut. Allerdings bestehen einige Häuser nur aus einem Erdgeschoss. Was auch nicht fehlen darf, ist die fast immer vorhandene Garage, für mindestens ein Auto. Da Wohnungen hier fast nicht existent sind, gibt es starke Unterschiede in Größe und Komfort der Häuser. Die meisten Häuser bestehen fast gänzlich aus Holz, zumindest das Grundgerüst sowie die Außenverkleidung, und die Innenwände sind aus festem Rehgips oder Pappmachee. Sehr selten findet man ein Haus, welches aus festen Steinen gebaut ist.


Die Gastfamilie Hart

In der nächsten Zeit lernte ich auch meine Gastfamilie besser kennen. Meine Gastmutter ist Sally Hart, eine sehr engagierte und beschäftigte Frau. Sie ist Klavierlehrerin und unterrichtet zuhause, vor und nach der Schule. Außerdem hat sie ein paar Klavierschüler an dem kleinen Vennard-College und gibt dort auch eine Musiktheorieklasse. Sie ist Organistin in zwei Kirchen, in denen sie jeden Sonntag die Orgel spielt. Außerdem ist sie für die amerikanische Partnerorganisation eine "Local Coordinatorin", das heißt sie kümmert sich um die Austauschschüler in dieser Region. Mein Gastvater Rand ist Arzt am Stadtkrankenhaus. Er arbeitet von morgens bis abends und muss häufig auch am Wochenende in die Klinik.
Beide sind sehr interessiert am Reisen und haben schon viele Orte auf der ganzen Welt kennengelernt.
Wir leben in einem 2-etagigen, relativ modernen, energieeffizienten Haus im nordöstlichen Teil von Oskaloosa. Das Haus ist völlig von Bäumen umgeben und von der Straße nicht sichtbar, liegt aber mitten in der Stadt.


First Presbyterian Church

Jeden Sonntag gehen fast alle in die Kirche. Mit der Familie Hart gehe ich in die First Presbyterian Church. Dies ist eine Abspaltung der Protestantischen Kirche. Der Kirchbesuch ist ganz anders, als ich ihn bisher in Deutschland erlebt habe. Um 9 Uhr morgens ist Sunday School. Dort trifft man sich in einer altersangepassten Gruppe und es werden einige Bibelstellen oder gutes soziales Verhalten diskutiert.
Anschließend ist der eigentliche Gottesdienst in dem Gotteshaus. Die Kirche hat eine sehr moderne Ausstattung mit einem Beamer, welcher einige Lieder und Informationen an die Wand projiziert. Der größte Teil des Gottesdienstes wird nicht vom Priester gehalten, sondern von Gemeindemitgliedern, die sich mit Singen und Bibellesen abwechseln. Ein wichtiger Bestandteil des Gottesdienstes ist immer die Spendeneintreibung, da dies das Haupteinkommen der Kirche darstellt.
Nach dem Gottesdienst gibt es immer kleine Snacks in dem Pfarrsaal oder sogar ein warmes Essen.
In der Kirche gibt es viele Angebote für Jugendliche, wie eine Jugend-Rock-Band oder eine Youth Group.
Diese Jugendgruppe trifft sich immer sonntags abends. Nach einem gemeinsamen warmen Abendessen wird meistens eine Lebensweisheit aus der Bibel besprochen. Danach werden einige Gruppenspiele gemeinsam veranstaltet und es ist immer eine spaßige Zeit. Von dieser Gruppe werden auch verschiedene Ausflüge zu Wohltätigkeitsveranstaltungen angeboten, wie Lebensmittelverpacken für arme Kinder in Afrika. Die Atmosphäre ist sehr locker, und ich treffe einige nette Leute.
Sally ist die Leiterin des Bell-Choirs, eines kleinen Glockenorchesters, in dem ich auch mitspiele. Unter Bell-Choir hatte ich mir eine kleine Gruppe vorgestellt, die an einem Glockenspiel spielt oder an den Glocken zieht. In diesem Bell-Choir aber hat jeder mehrere kuhglockenähnliche Schwingglocken in der Hand, die einen bestimmten Ton schlagen. Mit diesem Glockenchor spielen wir alle paar Wochen während des Gottesdienstes.


Marching Band

Meine Gastmutter hatte mir schon vor der Abreise empfohlen, der schuleigenen, sehr populären und großen Marching Band beizutreten. Marching Band hatte ich mir ähnlich wie eine Schützenkapelle vorgestellt, die verschiedene amerikanische Volkslieder spielen würde und immer bei Paraden im Gleichschritt durch die Stadt zieht. Aber dabei hatte ich mich gänzlich getäuscht, denn dies ist nur eine kleine Nebenaktivität der Marching Band.
Als ich in die USA gekommen war, hatte die Marching-Band-Saison schon angefangen. Also ging ich mit Sally gleich am Montagmorgen um 7 Uhr, mit noch kleinen Jetlag-Nachwirkungen und ein bisschen aufgeregt, zum schuleigenen Football-Feld. Wegen meiner Klavierkenntnisse sollte ich eine Art Xylophon spielen und nicht marschieren. Aber schon am Nachmittag kam der Trommelabteilungsleiter und fragte, ob ich denn Basstrommel spielen wolle, da noch ein Platz zu besetzen wäre. Natürlich war ich offen für diese Herausforderung, bei der ich auch tatsächlich marschieren könnte, was mich besonders reizte.
Die Marching Band ist eine große Band, bestehend aus verschiedenen Blasinstrumenten, einer Trommelgruppe, einem Colorguard, das sind Mädchen, die verschiedenfarbige Flaggen schwingen, und der Xylophongruppe, die aber nicht marschiert. Jeder Spieler marschiert eine bestimmte Schrittfolge, bei der verschiedene imaginäre Punkte erreicht werden müssen. Währenddessen wird ein bestimmtes Lied gespielt. Mit allen Mitgliedern zusammen ergibt dieses Marschieren verschiedene Formationen, Formen und manchmal sogar richtige, von oben zu betrachtende, Standbilder.
In den ersten Probewochen habe ich meinen Trommelpart und auch das Marschieren gelernt. Aber es war sehr schwierig, beides gleichzeitig auszuführen und auswendig zu lernen. Die diesjährige Show der High School ist angelehnt an die Musik aus dem neuen Film „King Kong“ und Teile der Filmgeschichte werden vom Colorguard dramaturgisch gespielt.
Die Band hielt mich die verbleibenden 1½ Wochen vor Schulbeginn von morgens bis abends sehr beschäftigt.


Cross-Country

Da ich sehr interessiert am Langstreckenlaufen bin, wurde mir Cross-Country empfohlen. Cross-Country ist ein Querfeldein-Langstreckenlauf, nicht auf einer Sportbahn, sondern meistens durch einen hügeligen Wald oder Park. Am Mittwoch der ersten Woche begann das Training, welches jeden Morgen bis zum Herbst vor der Schule stattfinden würde. Erst nachdem ich mich für diesen Sport angemeldet hatte, erfuhr ich, dass das Training täglich um 6:30 Uhr starten würde. Wir treffen uns in einem großen, waldigen Park im südlichen Teil von Osky. Dort versammeln sich ungefähr 30 Jungen und Mädchen der High School und Middle School (Junior High School = 6.-8. Klasse). Nachdem wir uns gedehnt haben, laufen wir circa 5-6 km auf der hügeligen Rasenstrecke. Danach laufen wir kleine Strecken bergauf. Die tägliche Trainingsstrecke variiert von Tag zu Tag. Nach etwa einer Stunde fahren wir alle verschwitzt nach Hause, springen schnell unter die Dusche und fahren zur Schule.


Die High School

Dann am Mittwoch, dem 20. August 2008 war es endlich soweit und das richtige Schuljahr begann. Schon im Vorhinein hatte ich meinen Stundenplan zusammengestellt. Jeden Tag habe ich dieselben Schulfächer, die meistens in derselben Reihenfolge erteilt werden. Eine Schulstunde dauert normalerweise 50 Minuten und zwischen den Stunden gibt es eine 5-minütige Pause. Die Schule beginnt um 8:30 Uhr und endet um 3:20 Uhr nachmittags.

Mein Schultag sieht wie folgt aus:

Marching Band
Calculus
Advanced Chemistry
American Government
Lunch (Mittagessen)
Heritage
P.E.

Marching Band ist die tägliche Probe unserer Show draußen auf dem Football-Feld gleich nach Cross-Country. Calculus entspricht der deutschen Oberstufenmathematik. In dem Unterricht behandeln wir Funktionen, Graphen und deren Lösungen. Dieses Fach stellt sich als sehr herausfordernd und schwierig heraus, macht aber viel Spaß. Advanced Chemistry ist die fortgeschrittene Chemie. Einige Themen sind mir bereits bekannt, aber das meiste ist neu und sowieso wegen des Unterrichts in englischer Sprache ganz anders. In diesem Fach führen wir mindestens zweimal monatlich Schülerversuche durch, die wir alleine dokumentieren und jeden Freitag gibt es einen kleinen Test (ein „Quiz“!) zur Abfrage des gelernten Stoffes. Die Lehrerin nutzt für die Informationsvermittlung immer einen Beamer und wir schreiben Notizen ab. Es ist sehr interessant und spannend und wir gehen sehr schnell voran.
In American Government lernen wir das amerikanische Regierungssystem kennen. Dieses Fach ist wegen der anstehenden Präsidentschaftswahlen ganz besonders interessant. Wir bekommen wöchentliche Fragenkataloge, die mithilfe des Buches beantwortet werden können. Wir gehen alle Regierungsorganisationen durch und es ist interessant, diese mit dem deutschen System zu vergleichen.
Danach habe ich Lunch. In dieser 30-minütigen Pause bleibt mal gerade Zeit, sich in der Schlange anzustellen und das Essen schnell zu verzehren.
Nach dem Mittagessen habe ich 2 Stunden Heritage. Dieses Fach ist bei weitem das schwierigste und interessanteste. Es deckt die Bereiche Westliche Zivilisation mit Geschichte, Erdkunde und Politik ab und umfasst ebenfalls Englisch mit den Bereichen Grammatik, Literatur und Sprache. Dieses Fach wird durch zwei Lehrer erteilt und jeder ist für einen anderen Teil zuständig. Über die Entwicklung verschiedener Kulturen und Epochen hält der Lehrer lange ausführliche Vorträge. In dem sprachlichen Teil lernen wir, wie ein formaler Essay zu verfassen ist, wiederholen die Grammatikregeln, haben Gruppendiskussionen über literarische Texte und lesen Bücher. Jeden Tag haben wir viele Hausaufgaben und müssen mindestens zwei Texte lesen, die den Unterrichtsstoff eingehender erklären.
P.E. steht für „Physical Education“ und ist der amerikanische Sportunterricht. In der großen Sporthalle und gleichzeitig Aula versammeln sich 90 Schüler und wir machen gemeinsam in einem Rhythmus Fitnesstraining. Danach werden wir in 3 Gruppen aufgeteilt, die entweder Tennis oder Softball spielen oder in den Fitnessraum gehen und spezielle Workouts machen.


Extracurricular Activities

An der High School werden verschiedene außerschulische Aktivitäten angeboten. Außer verschiedenen Sportarten wie Cross-Country, American Football, Volleyball etc. gibt es auch eine Reihe von verschiedenen Clubs. Ich bin zwei sehr interessanten Gruppen beigetreten:

Debate Team

Zweimal wöchentlich von 7:30-8:30 Uhr vor der Schule haben wir eine Debattier-Gruppe. In diesem Club suchen wir in Zweiergruppen Informationen zu einem bestimmten Thema, wie der Einrichtung der Krankenversicherungspflicht für alle Amerikaner, und der uns zugewiesenen Position, pro oder contra, heraus. Später bereiten wir alle nötigen Punkte einer formalen Public-Forum Debate (öffentliche Debatte) vor. Dabei debattieren jeweils unterschiedliche Zweiergruppen gegeneinander. Diese Proben laufen letztendlich auf einen Wettkampf im nächsten Jahr hinaus. Bis dahin werden wir alle paar Wochen neue Themen debattieren, um die Prozedur zu verinnerlichen. Es macht sehr viel Spaß, diese Debatten vorzubereiten und zu proben, und ich erhalte viele hilfreiche Tipps zum Debattieren.

Storybook

Die Storybook-Gruppe ist eine herumreisende High-School-Theatergruppe und damit die einzige in ganz Iowa. Wir proben eine Auswahl kleiner Kindermärchentheaterstücke, die wir mit publikumseinbindenden Spielen und Liedern zu einer kleinen Show zusammenstellen. Diese Show führen wir alle paar Wochen in verschiedenen Grundschulen in der Umgebung auf.
An einem Aufführungstag verlassen wir die Schule meistens nach der ersten Stunde und fahren mit allen Utensilien zu der Grundschule. Nachdem wir unsere Show aufgeführt haben, gehen wir mit den Grundschülern in die verschiedenen Klassen und unternehmen ein paar Spiele zusammen, binden sie selbst in kleine Theaterstücke ein und wohnen dem normalen Unterricht bei. Da bis nachmittags unterrichtet wird, essen wir gemeinsam Lunch und spielen auf dem Pausenhof. Meistens kommen wir dann in der 7. Stunde in die Schule zurück.
Storybook ist eine wunderbare Erfahrung für mich, denn ich bekomme etwas Theater-Erfahrung und lerne das amerikanische Grundschulsystem kennen, welches sich deutlich vom deutschen unterscheidet und es ist schön, mit kleinen Kindern Spaß zu haben.


Saxophon-Unterricht

Da Marching Band ein Unterrichtsfach ist, gibt es die Verpflichtung, in einer Freistunde oder außerhalb der Unterrichtszeit bei dem Band-Direktor Einzelstunden zu nehmen. Da der Band-Leiter Saxophonlehrer ist, habe ich nun die Möglichkeit, kostenlos Saxophon spielen zu lernen. Mithilfe eines Buches kann ich zuhause die einzelnen Griffe lernen und zur Überprüfung und bei Fragen nehme ich eine Stunde.


Competitions/Meets

Die meisten außerschulischen Aktivitäten laufen auf Wettbewerbe hinaus. In Cross-Country haben wir einmal wöchentlich einen Wettkampf. Nach der Schule fahren wir mit dem ganzen Team in einem typischen amerikanischen Schulbus zum Austragungsort des Rennens. Auf diesen Meets bekommen wir eine Startnummer und eine Karte der Rennstrecke. In zeitversetzten Rennen laufen die Jungen eine 5-km lange, die Mädchen eine etwas kürzere Strecke querfeldein. Wenn wir nicht an der Reihe sind, feuern wir die anderen Team-Mitglieder, so gut es geht, an.

Mit der Marching Band führen wir unsere 9-minütige Show immer in der Halbzeitpause der Heim-Footballspiele auf. Das Hauptziel allerdings sind die verschiedenen Wettbewerbe, auf denen unterschiedliche Marching Bands aus der ganzen Region gegeneinander antreten und bepunktet werden. Diese Wettbewerbe begannen Ende September und fanden dann jeden Samstag statt.
Sie waren immer total interessant und spaßig, und da sie immer einen ganzen Tag dauerten, konnte ich in der Band viele nette Freunde finden.
An einem solchen Wettbewerbstag fahren alle 135 Bandmitglieder morgens gegen 8 Uhr nach dem Laden aller Instrumente und sonstigen Gegenstände gemeinsam in gelben Schulbussen zu einer High School im Südosten Iowas. Auf diesen Wettbewerben haben wir die Möglichkeit, andere Bands zu bestaunen. Wenn unsere Aufführung näher rückt, ziehen wir alle die einheitliche Banduniform, welche mich an eine Karnevalsuniform erinnert, und den Hut mit Federschmuck an. Nach dem Proben und Aufwärmen machen wir uns gegenseitig mit Anfeuerungsrufen Mut. Dann führen wir unsere Show in dem Football-Stadion der High School vor einer voll besetzten Zuschauertribüne auf. Später werden Preise verliehen und wir schneiden meistens sehr gut ab.
Anschließend fahren wir meistens noch weiter zu einem anderen Wettbewerb. Dort treffen wir einige Bands wieder, aber es kommen auch neue dazu. Nach der zweiten Preisverleihung fahren wir wieder zurück und kommen nach diesem langen, anstrengenden Tag dann zwischen 1 und 2 Uhr sonntags morgens sehr müde wieder in Oskaloosa an.


Mein Wochenablauf

Da ich an sehr vielen unterschiedlichen Aktivitäten teilnehme und viele Hausaufgaben zu bewältigen habe, bleibt während der Woche nicht viel Zeit. Abends bin ich wegen des frühen Aufstehens immer sehr müde.
In Deutschland war ich besorgt gewesen, Heimweh zu bekommen, aber ich bin sehr beschäftigt und mache ständig neue Erfahrungen, was mich bis jetzt vor Heimweh bewahrt hat. Natürlich denke ich aber auch viel an zu Hause und vermisse meine Familie und meine Freunde und würde meine Erfahrungen gerne mit ihnen teilen.
Durch die Marching Band, Cross-Country und andere schulische Aktivitäten konnte ich mir einen sehr netten Freundeskreis aufbauen. Ich habe schon einige sehr vertrauenswürdige enge Freunde gefunden. Jedes Wochenende, wenn Zeit ist, unternehmen wir etwas zusammen. Häufig schauen wir einen Film, sehen ein Theaterstück oder wir gehen in eines der wenigen Cafés hier in Osky und hängen sehr nett aus.


Homecoming Week

Vom 22.-26. September war Homecoming Week. Das ist eine bestimmte Woche, in welcher sich die Mitglieder der Kommune auf ihre Stadt konzentrieren sollen. Dafür gibt es einige Veranstaltungen, die hauptsächlich von der High School organisiert werden. Jeden Tag dieser Woche gibt es in der Schule einen Dress-up Day (Verkleidungstag) unter einem bestimmten Motto. Ich habe versucht, an jedem Tag etwas Witziges und gleichzeitig Passendes aus dem Kleiderschrank zusammenzuwürfeln. In „Powderpuff-Spielen“ wird die übliche Ordnung, nach der Jungen Football und Mädchen Volleyball spielen, auf den Kopf gestellt: Die Senior-Mädchen (12. Klasse) veranstalteten ein Football-Spiel und die Senior-Jungen ein Volleyball-Spiel. Diese waren sehr spaßig. Außerdem gab es am Donnerstag eine Stadtparade. In dieser ging die Marching Band mit, aber außerdem einige Stadtvereine und Schulgruppen, die auf einem geschmückten Wagen fuhren. Diese Parade erinnerte mich sehr an Karneval, denn der Aufbau war sehr ähnlich. Viele Stadtbewohner standen am Straßenrand und haben zugesehen. Ein sehr wichtiger Höhepunkt ist außerdem die Wahl von Homecoming-Queen und -King. Jeder Schüler konnte an der Wahl zweier Seniors für diese Posten teilnehmen. Im Anschluss an die Parade wurden die Gewinner der Wahl verlesen.
Der krönende Abschluss der Woche ist das Homecoming-Football-Spiel am Freitagabend. Am Tag des Spiels gab es eine Pep-Rallye in der Schule. Dies war eine 1-stündige Veranstaltung, bei der die meisten schulischen Gruppen und Clubs sich vorstellten und etwas vorführten, um die Mitschüler auf diese Gruppen aufmerksam zu machen und bei Sportorganisationen zum Zuschauen zu animieren. Das Football-Spiel am Abend war leider eine sehr hohe Niederlage für unsere Mannschaft, was die gute Stimmung allerdings nicht vermiesen konnte.

Die meisten Leute, die ich treffe, sind sehr nett und sehr interessiert, etwas über Deutschland zu erfahren. Einige Leute beschreiben mir ihre Verbindung mit Deutschland, da ein Teil ihrer Vorfahren aus Deutschland ausgewandert ist. Es ist immer interessant und witzig zu hören, wenn jeder weiß, zu wie viel Prozent die deutsche Kultur in ihm oder ihr steckt.
Die meisten Jugendlichen wollen als erstes wissen, wie es denn ist, auf der Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung zu fahren und ab welchem Alter man in Deutschland die Erlaubnis hat, Alkohol zu konsumieren. Aufgrund der erstaunlichen Antworten wollen einige Leute direkt nach Deutschland ziehen. Enttäuschend ist allerdings immer, dass man in Deutschland erst mit 18 Jahren alleine Auto fahren kann.

Die Zeit hier in den USA vergeht sehr schnell und es wird nie langweilig, da ich immer etwas zu tun habe. Ich frage mich ein bisschen, wo der Sommer geblieben ist, denn die Zeit ist verflogen und es war gar nicht so heiß, wie es wohl normalerweise hier in Osky ist. Nun beginnt es langsam schon kälter zu werden. Manchmal ist es zwar richtig gemütlich warm, aber abends und morgens ist es immer schon sehr kalt. Der Indian Summer ist im vollen Gange und die Blätter verfärben sich. Die letzten noch stehenden Mais- und Sojafelder werden von den Farmern in Mammutprojekten niedergemäht und jeder bereitet sich auf den, wie mir berichtet wurde, sehr harten, kalten und schneereichen Winter vor.


Helfer bei der Obama-Präsidentschaftswahlkampagne

Seit Mitte August habe ich fast wöchentlich bei den Vorbereitungen auf die Nationalen Wahlen in diesem Jahr geholfen. Aus diesem Grunde ist es sehr gut, in einer solch kleinen Stadt wie Oskaloosa gelandet zu sein. Denn ich konnte bei der städtischen Abteilung der Demokratischen Partei helfen. In diesem kleinen Büro arbeiten sehr nette Leute und ich konnte jederzeit vorbeikommen, um zu helfen. Ich habe erlebt, wie man versucht, Wähler zu gewinnen und konnte selbst helfen, Schilder zu bauen oder Karten zu schreiben. Mit dem demokratischen Wahlkreiskandidaten für das Repräsentantenhaus in Des Moines bin ich von Haus zu Haus gegangen, um die Bewohner um deren Unterstützung zu bitten. Für den Präsidentschaftskandidaten Barack Obama haben wir häufig Anrufe gemacht oder sind von Haus zu Haus gegangen. Sehr wichtig sind die oft durchgeführten Spendenveranstaltungen, bei denen jeder Parteisympathisant eingeladen wird, Obama und die anderen demokratischen Kandidaten finanziell oder mit ehrenamtlicher Arbeit zu unterstützen. Iowa ist ein sehr spezieller Bundesstaat, da er der erste in den parteiinternen Primary-Wahlen ist. Deshalb sind alle Präsidentschaftskandidaten mindestens einmal selbst nach Oskaloosa gekommen und jeder Bürger ist stolz, mir sein Bild mit dem jetzigen Präsidentschaftskandidaten in dem städtischen Restaurant zeigen zu können.


Meine zweite Gastfamilie: Die Ginavens

Da von vornherein feststand, dass ich bei Sally und Randy Hart nicht das ganze Jahr bleiben würde, waren wir von Anfang an auf der Suche nach einer festen Gastfamilie. Bei dieser Suche konnte ich Sally behilflich sein, indem ich Freunde nach einer Aufnahmemöglichkeit gefragt habe. Nun haben wir eine total nette Familie gefunden und eine neue Phase meines Abenteuers hat begonnen. Am Freitag, dem 17. Oktober, habe ich all meine Sachen gepackt und bin im gleichen Block nur um die Ecke zu den Ginavens in ein schönes altes Haus gezogen. Meine Gastmutter Laura ist Assistenz-Lehrerin in der Elementary School (1.-5. Klasse) in Osky, außerdem führt sie ein paar kleine Geschäftsbetriebe, die sich mit Mode befassen.
Mein Gastvater Scott ist Handelsvertreter für eine Maschinenteilefirma und muss deshalb mindestens einmal wöchentlich herumreisen. In dieser Familie wohne ich mit zwei jüngeren Gastbrüdern unter einem Dach, was eine ganz neue Erfahrung für mich darstellt, der ich mit gespannter Erwartung entgegenblicke. Mein Gastbruder Samuel ist 11 Jahre alt und besucht die 6. Klasse an der Junior High School/Middle School. Mein Gastbruder Paul ist 8 Jahre alt und geht in die 3. Klasse.
Die Familie besitzt drei Autos, zwei große Familien-Vans und einen Pick-up-Truck.

Mit meiner neuen Gastfamilie verstehe ich mich sehr gut. Meine Gastmutter ist immer für ein interessantes Gespräch da, bei dem wir uns über deutsche und amerikanische Gepflogenheiten und eigene Lebensgeschichten austauschen. Meine kleineren Gastbrüder wollen gerne meine Zeit beanspruchen und zeigen mir ständig ihre interessanten Spielsachen und sind sehr daran interessiert, mit mir etwas zu spielen oder einen Film zu schauen. Zwischen den beiden gibt es häufiger kleinere Streitereien und meine Gastmutter ist gezwungen einzugreifen. Mein Gastvater ist ein eher ruhiger, gemütlicher, aber sehr netter Typ, der gerne mit uns gemeinsam eine DVD guckt oder mich auf eine Pick-up-Truck-Tour zum nächsten Fast-Food-Restaurant mitnimmt.


First Christian Church

Die Familie Ginaven besucht die First Christian Church, welche eine protestantische Glaubensrichtung ist. Deshalb unterscheidet sich der Gottesdienstablauf nicht stark von der First Presbyterian Church, allerdings ist die Gemeinde ein bisschen größer und ich treffe viele Leute aus der High School, was sehr nett ist. Jeden Sonntag wird dort die Kommunion verteilt und es gibt nur alle zwei Monate eine Mahlzeit nach dem Gottesdienst.
Die Youth-Group dieser Kirche wird von sehr vielen Teenagern besucht, welche sogar aus unterschiedlichen Gemeinden kommen und fast alle sind auf meiner High School. In dieser Jugendgruppe gibt es zuerst ein sehr aufwändiges warmes Essen und anschließend werden hauptsächlich bibelnahe Texte besprochen. Diese Jugendgruppe ist allerdings sehr häufig aktiv. Eine der ersten Aktivitäten war Laubkehren in den Gärten älterer Gemeindemitglieder.


Halloween

Schon Anfang September haben die Geschäfte Werbung für Halloween gemacht. Einige Wochen vor Halloween öffneten überall „Haunted Houses“. Das sind Geisterhäuser, in denen man von verkleideten Personen erschreckt und gejagt wird. Es macht sehr viel Spaß, durch diese Häuser zu gehen und überall erschreckt zu werden. Die „Haunted Houses“ gehören für jeden zur Halloween-Tradition dazu.
In der Schule gab es eine Woche vor Halloween einen Halloween-Tanz, den sehr viele Schüler besuchten, und die meisten Leute kamen sogar verkleidet. Außerdem wurde von den Seniors ein spukender Korridor in der Schule veranstaltet. Dieser war ähnlich wie ein „Haunted House“ und war ziemlich gruselig.
Das traditionelle Trick-or-Treating wurde in Oskaloosa komischerweise einen Tag vor Halloween organisiert. An diesem Tag ging ich mit meinen Gastbrüdern - wir alle waren natürlich verkleidet - von Haus zu Haus und wir bekamen Süßigkeiten von den Nachbarn. Einige Häuser waren enorm schaurig geschmückt. An Halloween selbst gab es einen Dress-up-Day in der High School. Ich fand es sehr verwunderlich, dass die Kostüme nicht nur gruselig waren, sondern einige Schüler waren auch wie an Karneval verkleidet. Am Abend war ich auf einer der zahlreichen Halloween-Parties eingeladen. Wir hatten ein Lagerfeuer und guckten in der Nacht einen Horrorfilm. Der ganze Halloween-Ablauf war ganz anders als in Deutschland, aber sehr schön.


Obama-Sieg bei den Präsidentschaftswahlen 2008

In den letzten Wochen vor der eigentlichen Wahl am 4. November 2008 half ich sehr häufig im Hauptquartier der Demokratischen Partei und konnte diese sehr aufregenden Wahlen hautnah miterleben. In der Schule gab es in der letzten Zeit kein anderes Gesprächsthema mehr und selbst dort wurden schülereigene Plakate angefertigt. Die letzten Tage der Wahlkampagne waren besonders spannend, denn es wurde noch versucht, die letzten Anhänger zu mobilisieren und zur Wahl zu ermuntern. Am Wahltag selbst hatten wir auch eine kleine Präsidentschaftswahl in der Schule. An diesem Abend war das Zittern am größten. Ich war total gespannt, ob mein Favorit Barack Obama es schaffen würde, sich gegen den Republikaner McCain durchzusetzen, und war total erleichtert und begeistert, als kurz nach 10 Uhr abends unserer Zeit feststand, dass Obama gewonnen hatte. Nun ist er aber noch nicht wirklich im Amt, denn erst Mitte Januar wird er tatsächlich ernannt. Sehr zufrieden war ich auch, als ich hörte, dass alle demokratischen Wahlkreiskandidaten gewonnen hatten, und ich bin froh, dass sich all die Arbeit gelohnt hat.


Kalte Jahreszeit

Wir machen jetzt fast jeden Tag ein murmeliges Feuer im Kamin an, was einen dazu einlädt, im Wohnzimmer in Ruhe etwas zu lesen oder Fernsehen zu gucken.
Als ich in letzter Zeit anfing, mich über die kühlen Temperaturen, nur knapp über dem Gefrierpunkt, zu beschweren, wurde ich immer gewarnt, dass dies warm sei im Vergleich zu den tiefen Minusgraden, die es wahrscheinlich im Winter erreichen wird. Allerdings wurde mir berichtet, dass es riesige Mengen an Schnee geben wird, worauf ich mich schon wahnsinnig freue.
Dann war es endlich soweit, am Freitag dem 7.11.2008 war der erste Tag an dem es ein bisschen geschneit hat. Der Schnee blieb allerdings nicht liegen, sondern war schon am Nachmittag verschwunden. Aber es läutet die winterliche Jahreszeit meiner Meinung nach etwas zu früh ein. Aber nun bin ich gespannt, wie es weitergeht.

Für Pänz

 

 

 

 





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