Webseite von Ulrich Kelber

 
Menü
 

Service

Empfehlungen



Ein zentraler Hochwasserpolder für Mittel- und Niederrhein

Bonn, 01.04.2018

Das Rheinland hat viel mit dem Klimawandel zu tun: Hier drohen in Zukunft dramatischere Hochwasserereignisse durch Veränderung des Klimas und hier tragen gleichzeitig die Braunkohlekraftwerke massiv zum Ausstoß von klimaverändernden Treibhausgasen bei. Ich schlage daher vor, beide Probleme anzugehen und dabei Bevölkerungsschutz mit Ökologie zu verbinden: Die weitere Auskohlung des Tagebaus Garzweiler wird kurzfristig beendet und die schon entstandene großvolumige Grube als zentraler Hochwasserpolder für Mittel- und Niederrhein genutzt.

 

Die weitreichenden Vorteile meines Vorschlags liegen auf der Hand: Deutschlands hohe KohlendioxydEmissionen sänken durch die Abschaltung der unmittelbar mit dem Tagebau verbundenen Kohlekraftwerke auf der Stelle deutlich. Gleichzeitig entstünde dadurch endlich ein Polder, der in der Lage ist, auch ausgedehnte Hoch- und Niedrigwasserphasen über einen längeren Zeitraum zu bewältigen, ohne die Nutzung großer Flächen verändern zu müssen.


10-14 Tage lang ein „Jahrhunderthochwasser“ entscheidend entschärfen

 

Zu den Zahlen: Der ursprünglich nach der Auskohlung von Garzweiler und teilweiser Wiederverfüllung geplante „Restsee“ sollte ein Volumen von 2.000.000.000 cbm besitzen. Die letzten „Jahrhunderthochwasser“ in den 1990er Jahren hatten in Bonn einen Durchfluss von gut 10.000 cbm pro Sekunde. Der zentrale Hochwasserpolder Garzweiler könnte also umgerechnet mehr als zwei Tage das gesamte Wasser des Rheins aufnehmen. Allerdings reicht schon eine Aufnahme von 20-25% der Hochwassermenge auf, um die Bevölkerung im Rheintal zu schützen. Entsprechend könnte der zentrale Hochwasserpolder Garzweiler für 10-14 Tage bei einem „Jahrhunderthochwasser“ für den entscheidenden Schutz der Bevölkerung sorgen.

 

Die überschießenden Wassermengen würden unmittelbar nach dem Verlassen des engen Mittelrheintals noch südlich von Bonn durch eine große Gruppe von Versickerungspumpen im Flussbett (Vorteil: Vermeidung von Oberflächen-Sog und keine Auswirkungen auf die Fauna) aufgenommen und durch Pipelines zum zentralen Hochwasserpolder Garzweiler umgeleitet. Eine spätere Wiederentleerung des Polders kann - nach Absinken der Pegelstände - entweder Richtung Wesel stattfinden oder das Wasser wird - zum Ausgleich bei extremen Niedrigwasser - wieder dem Rhein südlich von Bonn zugeführt, um eine regelmäßige Beschiffung zu gewährleisten und zu großen Hitzestress für die Flussfauna im Restwasserbestand zu vermeiden.

 

Ausnutzung des natürlichen Gefälles, Finanzierung durch Emissionszertifikate

 

Die Beendigung der Auskohlung kann gegen relative geringe Entschädigungen kurzfristig erfolgen, da der Marktwert für Braunkohlestrom auf einem Tiefststand ist und perspektivisch mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter sinken wird. Auch einer gewässerrechtlichen Genehmigung steht nichts im Weg, weil insbesondere die Vermeidung extremer Niedrigwasserereignisse bereichernd für Flora und Fauna im Rhein wirken würde.

 

Der Bau der notwendigen Pipeline, unterirdisch verlegt, kann an mehreren Stellen zeitgleich aufgenommen und hochautomatisiert innerhalb von drei Jahren abgeschlossen werden. Der Polder selbst ist durch den Braunkohletagebau schon vorhanden, es bedarf nur noch einiger Befestigungsarbeiten an den Hangkanten und den Einfüllpunkten.

 

Der Bau dieser technischen Infrastruktur für den zentralen Hochwasserpolder Garzweiler selbst ist für die Steuerzahler kostenneutral durchzuführen, indem die ursprünglich für den Betrieb der entsprechenden Braunkohlekraftwerke schon zugeteilten Emissionszertifikate verkauft und der Erlös für die Baumaßnahme verwandt wird. Dieser Vorteil wird noch bis zur nächsten Phase des Emissionshandels Mitte der 2020er Jahre vorhanden sein, bis dahin kann der Bau des Polders und der Infrastruktur abgeschlossen werden.

Wartung und Betrieb des Hochwasserpolders entstehen natürlich weitere Kosten, die aber nur ein Bruchteil von den dauerhaften Hochwassersicherungsmaßnahmen im Rheinland bzw. Wiederaufbau nach einem „Jahrhunderthochwasser“ betragen. Auch der Energiebedarf für den Betrieb der Pumpen und der Pipeline können durch Ausnutzung des natürlichen Gefälles Bonn-Garzweiler-Wesel und einer energetischen Nutzung der Fallhöhe bei der Einspeisung in den Polder selbst sehr gering gehalten werden.

 

Die Region um Garzweiler wird von dem zentralen Hochwasserpolder, dem größten Europas, durch dauerhafte Arbeitsplätze vor Ort und als attraktiver Anziehungspunkt für Touristen aus weit und fern ökonomisch stark profitieren.


Service

Empfehlungen





© 2018 Ulrich Kelber, MdB   |   Impressum   |   Datenschutz   |   Seite drucken

Ulrich Kelber
SPD
Clemens-August-Straße 64
Bonn , NRW , 53115 Germany
+49 (0)228 280 31 35
MdB,SPD