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Einigen geht Fremdschädigung vor Eigennutz

Infobrief, 28.09.2018

Ulrich Kelber

Als Jugendlicher hatte ich einen Freund, der ab und zu seine sinnlose Aktionen in Computerspielen mit dem Satz „Fremdschädigung geht vor Eigennutz“ verteidigte, dabei aber selbst lachen musste. An diesen Spruch fühle ich mich trotzdem diese Tage erinnert, wenn zunächst die CSU, jetzt aber auch der neugewählte CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Brinkhaus fordern, selbst bestens integrierte, in Deutschland ausgebildete und hier längst arbeitende Flüchtlinge konsequent abzuschieben und im Ausland dann nach neuen Arbeitskräften für den gleichen Job zu suchen.

 

Mit dieser Anbiederung an die Keine-Zuwanderung-Propaganda der AfD schaden CDU und CSU Deutschland enorm. Welchen Sinn soll es denn machen, im Ausland per Einwanderungsgesetz nach Fachkräften zu suchen und dafür Menschen wegzuschicken, die hervorragend integriert sind, die Sprache sprechen, deutschen Standards kennen und im Betrieb schon eingearbeitet sind? Darunter sind sogar jugendliche Auszubildende, die in Deutschland geboren sind.

 

Das einzige, was Brinkhaus und die CSU jetzt erreichen werden, ist die Rechtsradikalen auch noch zum Widerstand gegen das Einwanderungsgesetz zu ermuntern, dass wir in Deutschland brauchen, um unseren Wohlstand zu bewahren und auszubauen. Ohne dass Pflege und Wohnungsbau nicht gewährleistet werden können. CSU und Brinkhaus reden damit denen das Wort, die lieber eine imaginäre Volksgemeinschaft „rein“ erhalten wollen und dafür lieber materiellen und kulturellen Wohlstand gefährden. Imaginär, weil ich mit einem integrierten Flüchtling aus Afghanistan mehr teile als mit einem engstirnigen, menschenhassenden Rechtsradikalen.

 

 


Würden wir den „Spurwechsel“ (was für ein blöd gewählter Begriff) von Flüchtlingen auf den Arbeitsmarkt ermöglichen, so AfD, CSU und Brinkhaus, dann würden wir nur noch mehr Menschen dazu ermuntern, nach Deutschland zu kommen, obwohl sie gar nicht unter Verfolgung oder Krieg litten. Das Argument ist schlichtweg falsch, weil es natürlich um einen Stichtag geht, einen Stichtag für die bisher(!) nach Deutschland geflüchteten Menschen. Für die Zukunft gilt die klare Botschaft: Bewirb dich über die Quoten eines Einwanderungsgesetzes oder berufe dich auf einen Fluchtgrund, du kannst nicht beides haben. Hat man sich einmal für eine Flucht nach Deutschland entschieden, kann man nicht mehr den Weg über das Einwanderungsgesetz nehmen und muss zurückkehren, wenn kein Fluchtgrund vorliegt.

 

Also noch einmal: Warum sollen wir Menschen wegschicken, die schon seit vielen Jahren mit uns leben und arbeiten, nur um danach die Integrationsarbeit ein zweites Mal leisten und bezahlen zu müssen. Hier sollte doch wirklich endlich der Eigennutz der Fremdschädigung vorgehen!

 

 



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